Ein Husky-Wolf-Projekt im Kindergarten

Es begann alles mit einem verschneiten Winter im Ev. Kinderhaus Domänental in Kronshagen, Schleswig-Holstein.
Nach mehreren Anfragen der „Ameisenkinder“, ob Blac und Nitcha (meine beiden Siberian Huskys) mal mit in die Kindertagesstätte kommen könnten, erfüllte ich ihnen diesen Wunsch.
Zuvor holten meine Kollegin und ich uns das Einverständnis der Eltern und der Kindergartenleitung ein. Wir entschieden uns für eine „Schlittenfahrt“ ins nahe gelegene Domänental (Naturschutzgebiet in Kronshagen). Die Kinder brachten ihre Schlitten von zu Hause mit und ich Blac und Nitcha samt Zuggeschirren

Zuerst machte ich die Kinder mit den Hunden und andersherum bekannt. Wir hatten zuvor mit den Kindern besprochen, wie sie sich den Hunden gegenüber verhalten zu haben. Dies wiederholten wir nochmals vor dem Ausflug :
  • Nicht so laut schreien, damit sich die Hunde nicht erschrecken.
  • Nicht von hinten an die Hunde herangehen, damit die Hunde sehen, wer auf sie zu kommt.
  • Nicht am Fell ziehen, weil es ihnen weh tut.

Vor dem Kindergarten warteten die Kinder mit meiner Kollegin ,einer Mutter sowie einer Mitarbeiterin im freiwilligen sozialen Jahr, um uns zu begleiten. In der Zwischenzeit holte ich Blac und Nitcha aus meinem Auto.
Nach ausgiebigen Kennenlernen durch Streicheln und Beobachten, konnten wir es wagen, unser Vorhaben umzusetzen. Wer sich traute, streichelte Blac und später auch Nitcha, die aufgeregter war als die Kinder. Da sie Kinder kennt und ebenfalls wie Blac toll findet, war es kein Problem. Jetzt zog ich Blac und Nitcha ihre Hundegeschirre an, welche sie benötigten, um die Kinder mit dem Schlitten ziehen zu können. Auch das hatten wir vorher im Gruppenraum besprochen.
Dann durften die ersten drei Mutigen auf dem Schlitten Platz nehmen.


Es wurde regelmäßig abgewechselt und alle hatten viel Lust mitzufahren.
Die Reaktionen der Kinder waren wirklich klasse. Sie verhielten sich trotz des Spaßes so ruhig, dass sie die Hunde nicht strapazierten. Beim Abwechseln wurde gemosert, weil es ihnen zu früh war und sie am liebsten sofort wieder auf den Schlitten wollten. Sogar die kleineren Kinder trauten sich auf den Schlitten, obwohl sie den Hunden gegenüber etwas Zurückhaltung zeigten.

Wieder im Kindergarten angelangt, strahlten alle Kinder bis über beide Ohren und äußerten, es hätte Spaß gemacht und wann die Hunde denn mal wieder mitkommen würden.
Blac und Nitcha waren total erschöpft, weil sie so viele Kinder eigentlich gar nicht gewohnt sind. Sie hechelten tüchtig, wedelten aber mit ihren Ruten, das ja bekanntlich ein Zeichen der Freude ist. Sie holten sich bei den Kindern und unseren Begleitpersonen noch Trinken, Leckerlies und Streicheleinheiten ab.
Danach verabschiedeten sich die Kinder und Erwachsenen von den Hunden; Blac und Nitcha warteten im Auto auf meine Rückkehr.
Meine Kollegin war bereits mit den Kindern ins Kinderhaus gegangen. Dort setzten wir uns noch mal zusammen. Die Kinder waren ganz aufgeregt und erzählten wild durcheinander. Auch unsere Begleitpersonen waren begeistert von den Hunden, wie lieb die doch wären und erwähnten dieses auch den anderen Eltern gegenüber



Dass der Ausflug ein voller Erfolg war, zeigten uns die Kinder, indem sie noch Monate später im Gruppenraum mit Pferdeleinen und dem Ikea-Hunde-Faschings-Kostüm Blac und Nitcha spielten. Ebenso wurden wunderschöne Bilder von dem Ausflug gemalt.
In einer Gemeinschaftsarbeit mit meiner Kollegin und den Kindern entstanden ein Husky und ein Wolf in Lebensgröße, als Schablone dienten meine beiden Hunde.
Da die Kinder sehr viel Interesse zeigten, wovon sich ein Husky von einem Wolf unterscheidet, stiegen wir voll in ein Husky-Wolf-Projekt ein. Mit Hartgummitieren von Schleich wurde ein Gehege mit Huskys aufgebaut. Daneben wurde ein frei lebendes Wolfsrudel eingerichtet

Jedes Kind bastelte sich eine Wolfsmappe mit Arbeitsblättern, mit denen wir das Wissen der Kinder über den Wolf erweiterten, z.B.
  • die Fellfarben der Wölfe konnten angemalt werden.
  • die „Sprache“ der Wölfe wurde auf Bildern zugeordnet z.B. Spielverhalten, Dominanz.
  • der Wolf als Polizist im Wald sehr wichtig ist und für ein Gleichgewicht der Fauna und Flora sorgt.
  • ein Ausmalbild vom Video „Peter Lustig heult mit den Wölfen”, den wir uns gemeinsam ansahen.

Zeitgleich fanden die Wolfstage im Tierpark Eekholt statt, die wir mit der Hälfte der Kinder sowie deren Eltern an einem Samstag besuchten. Nun sahen wir auch echte Wölfe.
Blac und Nitcha waren natürlich auch wieder dabei. Die Freude war riesig!!!
Die Kinder hatten die Möglichkeit Wolfsmasken zu basteln, Wolfstatzen aus Gips herzustellen und auf Holzscheiben Abdrücke der Pfoten zu drucken.
Natürlich wurde das Material mit in den Kindergarten genommen und auch die Kinder, die nicht kommen konnten, hatten die Möglichkeit z.B. Masken zu basteln.



Im Wildpark Eekholt lernte ich Thoddy kennen, der den Wolf-Kinderclub betreut. Er fertigte uns tolle Aufkleber für T-Shirts an und lieh uns seine Wolfsstempel aus. Eine Wolfsrallye ist noch in Planung.
Er brachte uns auf die Idee mit unserem Projekt ins Internet zu gehen und andere zu inspirieren.

DER WOLF BRAUCHT UNSEREN SCHUTZ !
LEGT SEINE ZUKUNFT IN DIE HÄNDE UNSERER KINDER !

Für weitere Fragen zu diesem Kindergartenprojekt: Claudia Petermann
Fischerhof 1
24582 Groß Buchwald
Tel. 04322-889252

E-Mail: nitcha@gmx.de


 
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