Der Wolf in Deutschland
Ursprünglich gehörte Deutschland zu den Gebieten, in denen der Wolf zuhause war. Mitte des letzten Jahrhunderts wurden die letzten Wölfe aus Deutschland vertrieben. In den letzten 150 Jahren kamen zwar vereinzelt Wölfe von Polen über die Oder nach Deutschland. Aber immer, wenn der Mensch einen Wolf entdeckte, wurden Fallen aufgestellt und Jäger mobilisiert, die den Wolf zur Strecke brachten.

Auch in Polen wurde der Wolf gejagt. Dort zogen sich schließlich die letzen ihrer Art in die schwer zugänglichen Regionen im Südosten zurück. Dort blieb der Wolfsbestand relativ gleich und als die Menschen im ersten Weltkrieg mit dem Töten anderer Menschen beschäftigt war, nutzte der Wolf die Zeit, vermehrte sich stärker und besiedelte erneut die polnischen Karaten im Westen.In den 30er Jahren dieses Jahrhunderts, als der Krieg vorüber war, begann der Mensch erneut damit, den Wolf zu verfolgen und es kam schon wieder zu einem deutlichen Rückgang der Wölfe.

Durch den zweiten Weltkrieg erholten sich die polnischen Wolfsbestände. Man schätzt, das es zu Beginn der 50er Jahre rund 1000 Wölfe in Polen gab. Es gab soviele Wölfe, daß sie nun langsam weiter westlich wandern konnten. So tauchten vereinzelt Wölfe in der ehemaligen DDR und in Niedersachsen auf. Zwischen 1948 und 1961 wurden in Norddeutschland mindestens neun Wölfe erschossen.

Bereits 1955 aber, wurde vom Staat ein Programm verabschiedet, was sogar eine Abschußprämie für Wölfe vorsah. Für jeden erschossenen Wolf bekam der Jäger eine Summe Geld. Ein Grund für dieses Programm waren sicherlich einige Übergriffe von Wölfen auf Haustiere. Ob es sich aber dabei immer um Wölfe gehandelt hat, scheint eher fraglich. Der Wolf verschwand so leise, wie er gekommen war. Zu Beginn der 70er Jahre war das Verbreitungsgebiet erneut auf die südöstliche, unzugänglichen Gebiete zurückgegangen - genauso wie zu Beginn des Jahrhunderts. Der Bestand wurde auf unter 100 Wölfe geschätzt.

Anfang der 70er Jahre wurden immer mehr Stimmen laut, die gegen die Ausrottung der Wölfe waren. Schließlich erhielt der Wolf eine Schonzeit von April bis Juli, durfte nur noch mit dem Gewehr und nicht mit Gift und Fallen gejagt werden, und auch das Ausgraben und Töten von Welpen aus der Wolfshöhle wurde verboten. Der Wolfsbestand erholte sich langsam - auf bis heute etwa 600 Exemplare. Vereinzelt wanderten Wölfe wieder nach Westen - und einige, die sich nicht rechtzeitig hinter die polnische Grenze zurückziehen konnten, fielen übereifrigen Menschen zum Opfer. Von 1997 bis 1991wurden zwölf Wölfe auf deutschem Boden erschossen und einer 1993 von einem Auto überfahren.

Gibt es wieder Wölfe in Deutschland?
Da es in Deutschland zur Zeit kein Meldesystem für gesichtete Wölfe gibt, ist auch das ob und wieviele nicht zu beantworten. Wissenschaftler gehen aber davon aus, daß immer wieder vereinzelt Wölfe über die Oder nach Deutschland kommen. Das bestätigen auch Beobachtungen, Spurenfunde und Rißfunde. 1993 wurde ein Wolf in der Nähe des Autobahndreiecks Schwanebek überfahren und ein weiterer wurde von einem Gastjäger aus Nordrhein-Westfalen erschossen. Er dachte, es handele sich um einen wildernden Hund – gegen den Schützen wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Sicher ist, daß einzelne Wölfe oft unbemerkt nach Deutschland kommen und vielleicht auch unbemerkt wieder nach Polen zurück ziehen. Sicher ist aber auch, daß sich der Wolf nach geeigneten Plätzen in Deutschland umsieht. Und es ist für ihn vielleicht besser, wenn er es unbemerkt von Sportjägern und Wolfsgegnern tun kann.
Seit 2002 leben wieder knapp 10 Wölfe in Deutschland, die sich u.a. auf einem Truppenübungsplatz in der sächsischen Musakauer Heide niedergelassen haben. Sie erfahren einen besonderen Schutz seitens der Behörden. Sie sind das erste offiziell in Deutschland lebende Wolfsrudel.
Mittlerweile kümmert sich besonders die Biologin Gesa Kluth um die heimischen Wölfe. Seit September 2003 geht man davon aus, dass sich zwei Rudel in Sachsen aufhalten. (mehr)

Traurige Bilanz
Versuche von Wölfen, sich in Deutschland eine neue Heimat zu suchen, enden trotz Aufklärung immer wieder tödlich:
1. Mai 1991 im Landkreis Bernau
3. Mai 1991 im Landkreis Bernaubei Gransee
17. Mai 1991 bei Perleberg
24. Mai 1991 bei Strausberg
23. Aug.1993 Bei Bernau wird auf der Autobahn ein Wolf überfahren und getötet
22. Juli 1994 in Gardenitz bei Templin wird ein Männchen getötet
7. Dez. 1994 bei Zwiesel im Bayrischen Wald wird ein Wolf von einem Zug angefahren und anschließend erschossen
1. April 1995 ein Wolf wird in der Eifel erschossen
9. Januar 1999 ein Wolf wird im Uecker-Randow-Kreis (Meckelnb.-Vorp.) erschossen
   
Sommer 2003 Ein Jäger verwechselt die entlaufene Wölfin „Bärbel“ mit einem Schäferhund und tötet sie
 


 
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