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Peter Lustig bei den Wölfen
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Wölfe & Huskies
bei den Ameisenkindern
Wie eine Kindergartengruppe Huskies und Wölfe erlebte erfährst du hier (mehr...)


„Du sollst nicht mit
dem Essen spielen…“
Eine ungewöhnliche Tierfreundschaft im Wildpark Lüneburger Heide (mehr…)


Canis, der kleine weiße Wolf
Hier erfährst du alles über die Geschichte des kleinen Wolfes.
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ältere Einträge:

Warum gibt es keine Wölfe in Afrika? (Vortrag von Micha Dudek)
2 Rudel und 14 Welpen fühlen sich in Sachsen wohl
Presseinformation zum Thema Wölfe in Deutschland
Wieder Wölfe in Deutschland
Norwegen macht Jagd auf Wölfe
Walliser Wolf erhält letzte Chance vor Abschuss
Jäger soll 6000 Mark zahlen "Wolf könnte teuer werden"
Wildunfälle in Schleswig-Holstein – und da macht man sich Sorgen, wenn der Wolf kommt...
Wolfsvortrag von Christoph Promberger in Brig/CH
Die Rückkehr des Wolfes vorbereiten
Ausflug nach Deutschland endete für Wolf tödlich
Wolf auf der Simplonsüdseite (CH) überfahren
Wölfe kehren in die Schweiz zurück - Walliser greifen zu Gewehren!
Auf den Wolf gekommen
Wolf-Kinderclub im Kieler Opernhaus
Italienische Wölfe auf dem Weg nach Norden
Polen stoppt den Wolfsabschuß
Mercedes wirbt mit dem bösen Wolf
Wölfe in Niedersachsen?

Warum gibt es keine Wölfe in Afrika?

9/2003 Vortrag

Donnerstag, 13. November 2003

Der Wolfsforscher Micha Dudek nimmt sein Publikum auf eine Zeitreise zu den Wölfen mit. Atemberaubend schöne Bilder zeigen ein vollkommen neues Bild vom vermeintlich ach so bekannten Wolf auf. Der Vortrag zeigt, warum Wölfe wirklich im Rudel leben und was Wölfe mit Raben zu tun haben.

Ort: „Haus der Natur“ des Vereines Jordsand, Bornkampsweg 35,
in Ahrensburg bei Hamburg
Zeit: um 19:30 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei.

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Keine Angst vor Isegrim

9/2003 (Sächsiche Zeitung vom 10.9.2003)

Seit einigen Tagen steht es fest: Das zweite Wolfsrudel in der Lausitz lebt bei Neustadt/Spree, Gemeinde Spreetal. Eine Gefährdung geht von ihm nach Meinung von Experten sowie den Gemeindeverwaltungen Lohsa und Spreetal nicht aus.

Die Spreetaler und die Lohsaer können mit den neuen grauen Mitbewohnern in ihren Gemeinden offenbar ganz gut leben. „Ich habe noch nichts Negatives gehört“, sagt Spreetals Bürgermeister Manfred Heine. Auch die Lohsaer haben ihre Verwaltung nach Auskunft von Hauptamtsleiter Stefan Jablonski nicht mit Sorgen bestürmt.

Dass der Einzug des Wolfes so still vor sich gegangen ist, könnte daran liegen, dass weder die Verwaltungen noch Wolfsexpertin Gesa Kluth davon ausgehen, dass die Tiere für Menschen gefährlich werden. Sie sind zu scheu. Auch Schafe haben sie seit über einem Jahr in Ruhe gelassen. „Für eine Gefährdung bestehen keine Anhaltspunkte“, bestätigt Stefan Jablonski. „Wir leben ganz normal weiter“, ergänzt das der Spreetaler Gemeindechef.

Manfred Heine scheint sogar zu den Befürwortern der Rückkehr des Wolfes zu gehören. „Ich finde nichts Schlimmes daran“, sagt er. „Unser Umfeld wird doch dadurch bekannter und interessanter.“

Dass sich die aus Polen eingewanderten Isegrimms vermehren und weiter nach Westen wandern werden, war seit längerem vermutet worden. In der letzten Woche wurden die Beweise präsentiert. Sachsens Landwirtschaftsminister Steffen Flath (CDU) hat verkündet, dass die Lausitzer Wölfe dieses Jahr 14 Junge bekommen haben. Gesa Kluth informierte, dass auf dem Truppenübungsplatz Muskauer Heide zwei Alttiere, drei Jährlinge und fünf Welpen leben. Im zweiten Rudel, dass sich in der Neustädter Heide niedergelassen hat, lebt ein junges Wolfselternpaar, dass neun Welpen bekam, von denen mindestens sechs überlebt haben. Die Spreetaler haben nach Angaben von Heine vor einem halben Jahr die ersten Hinweise auf die Ankunft der Wölfe gefunden.

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Presseinformation des Forstamtes Muskauer Heide

8/2001

Auf einem militärischen Übungsgelände in der Lausitz werden vier Wolfswelpen geboren. Dieses Gelände darf auf keinen Fall von Besuchern betreten werden! Aus diesem Grunde hat das Forstamt Muskauer Heide eine Pressemeldung an den Wolf-Kinderclub geschickt die hier nachgelesen werden kann. Auch der Wolf-Kinderclub appelliert eindringlich, die Wölfe in Ruhe zu lassen, damit die Welpen ungestört aufwachsen können.

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Wieder Wölfe in Deutschland

3/2001

Quelle: WOLF-Magazin 1/2001

Laut Rolf Röder, Leiter des Bundesforstamtes Muskauer Heide, gibt es wieder Wölfe in der Lausitz/Sachsen. So wurde von Jägern vor nicht allzu langer Zeit ein Rudel von sechs Tieren ausgemacht. Gefahr für den menschen besteht aber nicht. Röder machte deutlich, dass der Wolf ein sehr scheues Tier ist, dass den Menschen meidet.

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Norwegen macht Jagd auf Wölfe

3/2001

Elli Radinger
Redaktion Wolf Magazin
Redaktion@wolfmagazin.de

Am Dienstag, dem 20. März wurde der letzte Wolf im Atndal-Rudel im Bezirk Hedmark getötet! Auch dieses Tier wurde von einem Hubschrauber der Firma Pegasus aus erschossen. Es war ein Weibchen und vermutlich die Alpha-Wölfin der Gruppe.

9 Wölfe sind inzwischen tot. Aber als ob dies der Regierung immer noch nicht reicht, so hat man nun den allerletzten Wolf im Gebiet auch noch auf
die Todesliste gesetzt. Dies war eine lange erwartete und befürchtete Entscheidung der Regierung, da man ursprünglich geplant hatte sämtliche
Wölfe in Hedmark zu töten. Die Jäger sind sich noch nicht sicher, ob der überlebende Wolf der Alpha-Rüde oder ein Nachkomme von ihm ist. Sie hoffen, dass sie auch diesen Wolf mit dem Hubschrauber innerhalb weniger
Tage töten können. Bis auf einen Wolf sind alle Tiere vom Helikopter aus mit Schnellfeuergewehren getötet worden - sehr "waidmännisch".

Ich möchte Sie noch einmal daran erinnern, dass das norwegische Parlament 1997 entschlossen hatte, dass Norwegen eine lebenswerte Wolfspopulation sicher stellen wolle - unabhängig von der Lage in den benachbarten Ländern. Dieses Ziel wird nun lange Zeit nicht erfüllt werden können.

Und während diese Wolf-Management-Strategie weiterhin verfolgt wird, schreitet die Vernichtung der norwegischen Population von Braunbär, Luchs und Vielfraß weiter fort. In diesen Tagen wird auch ein Großteil der Luchs-
Population getötet. Geplant sind, 123 Tiere zu töten - aus einer Population von 400. In diesem Winter wurden 31 Vielfraße in Norwegen erschossen (Population 150 Tiere). In Südnorwegen ist die Population der Vielfraße vom Aussterben bedroht. Dennoch erteilte die Regierung vor wenigen Tagen eine weitere Abschussgenehmigung, wobei die Jäger auch Schneemobile benutzten dürfen.

Ich frage mich, was ist los mit einem Land, das zur Zeit überall für die Schön- heiten seiner Natur und seiner Wildnis wirbt, und das - trotz massiver internationaler Proteste - seine Wildtiere zu Land und See gnadenlos abschlachtet? Wir alle, die wir versuchen, dem Treiben durch Proteste Einhalt zu bieten, fühlen uns entsetzlich hilflos, weil es nichts mehr zu geben scheint, das wir tun können. Selbst ein drohender Touristenboykott scheint die Regierung völlig unbeeindruckt zu lassen.

Anm.: Der Wolf-Kinderclub hat im Namen der Kinder u.a. beim norwegischen Konsulat protestiert. Leider ohne Erfolg. Wir bekamen nicht einmal eine Antwort. Lediglich die Reederei Color Line, die mehrmals wöchentlich von Kiel nach Oslo fährt, versprach den Protest den an die norwegischen Kollegen weiterzuleiten.

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Walliser Wolf erhält letzte Chance vor Abschuss

12/99

AP Bericht in Yahoo-Schlagzeilen am 17. Dezember 1999

Gnadenfrist bis Ende Januar 2000

Sitten/Schweiz
Ein Wolf, der im Wallis für den Verlust von über 270 Schafen verantwortlich gemacht wird, erhält eine Gnadenfrist bis Ende Januar 2000. Dann darf er unter bestimmten Bedingungenabgeschossen werden, wie das Schweizer Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) und der Kanton Wallis am Freitag in Sitten bekannt gaben. In der Zwischenzeit soll das Tier eingefangen werden und mit einem Sender versehen werden, der Aufschluss über die Gewohnheiten des Wolfs im Winter liefern soll. Eine solche Aktion wurde in der Schweiz noch nie vorbereitet.

Die Suche nach dem Wolf beginnt sofort. Im Zentrum steht der Einsatz eines Helikopters. Das Tier soll aus dem unterholz gelockt, mit einem Netz gefangen und mit einer Spritze betäubt werden. Endgültig zum Abschuss frei gegeben wird der Wolf erst, wenn er noch zweimal zuschlägt und dabei 14 Schafe tötet, was einem durchschnittlichen Wolfsangriff entspricht. Der Wolf hält sich zurzeit als einziger im Wallis auf. Der WWF kritisierte den Plan. Auch der Tod dieses Wolfes werde Artgenossen nicht daran hindern, sich an unbewachte Schafherden heranzumachen, die noch im November auf 2000 Metern Höhe weideten.

Wölfe erregen die Gemüter der Schafzüchter im Wallis seit 1995, als sie im Val Ferret erstmals auftauchten. Eines der Tiere war bei einer Treibjagd verletzt worden. Ein anderer Wolf tauchte 1998 im Vallee de Conches auf und wurde von Unbekannten erlegt. Ein drittes Exemplar wurde Anfang diesen Jahres auf dem Simplonpass von einem Schneepflug zu Tode gefahren, bevor sich im Sommer an verschiedenen Orten erneut ein Wolf bemerkbar machte.

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Jäger soll 6000 Mark zahlen

10/99

aus: Wild und Hund Oktober 1999

"Wolf könnte teuer werden"

Einen Jäger aus Osnabrück soll das Erlegen eines Wolfes bei Mecklenburg-Vorpommern Anfang diesen Jahres teuer zu stehen kommen. Wie die dpa berichtete, hat die Staatsanwaltschaft Neu Brandenburg dem Waidmann einen Strafbefehl über 60 Tagessätze zu 100 Mark zugestellt. Der Betroffene hatte nach der Erlegung des Grauhundes (Wolf ) angegeben, er habe das Tier als eindeutig verletzt angesprochen. Um Klarheit zu schaffen und seine Reputation als Jäger zu behalten, hatte er sich selbst angezeigt. Der Wolf unterliegt in Meckelnburg-Vorpommern dem Jagdrecht, hat aber keine Jagdzeit. Experten vermuten, daß der Wolf aus Polen zugewandert war. Gegen den Jger soll nun sogar in einem Hauptverfahren verhandelt werden.

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Wildunfälle und Sommerzeit

3/99

Auszug aus einem Bericht der Kieler Nachrichten vom 23. März 1999

Sommerzeit verwirrt das Wild

Die Umstellung auf die Sommerzeit - für die Menschen ist sie fast immer eine positive Veränderung, für das Wild ein folgenschweres Ereignis. Denn plötzlich setzen die Hauptverkehrsströme eine Stunde früher ein. Die Folge: Die Gefahr von Wildunfällen, die im Monat April bei Rehwild ohnehin besonders hoch ist, erhöht sich massiv.

In Schleswig-Holstein sind die Wildunfälle in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde, Plön, Ostholstein und Segeberg am häufigsten. 1995 wurden landesweit 239 Menschen bei solchen Unfällen verletzt, vier Menschen starben. Allein in den vergangenen Jahren verendeten jährlich 11.000 bis 13.500 Rehe und rund 800 Stück Damwild auf den Straßen.

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Wolfsvortrag in Brig/CH

3/99

Erfolgreicher Vortragsabend von Dr. Christoph Promberger, Leiter des Projektes Grossraubtiere in Transsilvanien, Rumänien

Das Überleben der Wölfe ist eine Frage der Toleranz

Das Thema "Wolf" wirkt nach wie vor als Publikumsmagnet. Gegen 300 Personen folgten am vergangenen Montag im Pfarrreizentrum in Brig den Ausführungen des deutschen Wildbiologien Dr. Christoph Promberger, der in Transsilvanien in den rumänischen Karpaten das Projekt "large carnivore" (Grossraubtiere) leitet. Rumänien ist die wildreichste und neben Mazedonien schafreichste Gegend in Europa. Die Herden werden nach jahrhundertealter Tradition von Hirten und Hunden bewacht, so dass es nur selten zu Rissen durch Wölfe, Luchse oder Bären kommt.

Zwischen Wildnis und Stadt

Promberger ist soeben von einem längeren Aufenthalt im kanadischen Yukongebirge zurückgekehrt. In den weiten Ebenen und lichten Wäldern können Wölfe vom Flugzeug aus beobachtet werden. Die ForscherInnen betäuben Leittiere eines Rudels und statten sie mit Funkhalsbändern aus, um die Lebensgewohnheiten der Wölfe über längere Zeit zu studieren. Die unbewohnte kanadische Wildnis ist für viele Menschen der Inbegriff eines idealen Lebensraums für Wölfe.

Doch die Forschungsergebnisse, welche die renommierte Wildbiologischen Gesellschaft München seit Jahren auswertet, zeigen, dass Wölfe nicht zwingend auf riesige Wildnisgebiete angewiesen sind, sondern auch in Gebieten mit intensiven menschlichen Aktivitäten überleben können. Die faszinierenden, intelligenten Tiere sind nämlich äusserst anpassungsfähig und können sich auf den Menschen einstellen. Bekannt wurden beispielsweise Wölfe, die in zehn Kilometer Distanz vom Kapitol bei Rom regelmässig eine Kehrichtdeponie nach Fressbarem durchstöbern.

Im rumänischen Brasov (Kronstadt) hat sich eine Wölfin unmittelbar am Stadtrand niedergelassen und zieht dort ihre Jungen auf. Auf der Nahrungssuche durchstreift das Muttertier nachts die Stadtparks auf der Jagd nach Hasen oder durchwühlt den Abfallcontainer des Zoos und verschiedene Kehrichtdeponien. Da die Wölfin mit einem Sender ausgestattet ist, können die ForscherInnen ihre Streifzüge durch die Stadt verfolgen und dokumentieren. Einem Fernsehteam der BBC gelangen dabei spektakuläre Filmaufnahmen, beispielsweise als die Wölfin um Mitternacht an einem belebten Strassencafé vorbei trottete.

Schutz vor Wölfen

Die Stadtwölfin von Brasov ist allerdings eine Ausnahme. Die meisten ihrer Artgenossen leben in den dichten Wäldern der Karpaten. Der Bestand der Wölfe in Rumänien wird auf 3000 geschätzt, was 40 Prozent der gesamten europäischen Wolfspopulation entspricht. Auch bei anderen Grossraubtieren nimmt Rumänien einen Spitzenplatz ein: Hier finden sich ein Drittel der Luchse und mehr als die Hälfte der Bären Europas, 5000 an der Zahl.

Rumänien ist mit 10 Millionen Schafen aber auch ein typisches Land der Kleinviehzucht. Die Schäfer besitzen kleine Herden von zehn bis dreissig Tieren, die sie im Winter in Ställen halten. Im Frühling werden die Tiere von Hirten übernommen, die sie zu Herden von 300 bis 1000 Stück zusammen fassen und dann entsprechend der Schneeschmelze und dem Fortschreiten der Vegetation in die Berge ziehen. Im Sommer werden die Alpweiden ob der Waldgrenze auf rund 2000 m ü.M. fast flächendeckend bestossen.

Mehrere Hirten nutzen bei ihren Wanderungen mit den Herden einfache Unterkünfte und bewachen abwechslungsweise die Herde. Sie zählen dabei auf die Unterstützung von Schutzhunden, die mit ihrem Gebell und aufgrund ihrer Grösse ausgewachsene Wölfe in die Flucht schlagen können. Aber auch Luchse und Bären scheuen das Zusammentreffen mit den aggressiven Schutzhunden. Dank der altbewährten Hut gehen nur sehr selten Schafe an die Grossraubtiere verloren. Die Wolfsforscher, die mehrmals in der Woche die Camps der Hirten besuchen, notieren akribisch alle Verluste. Die Quote aller Verluste (inkl. Krankheiten) beträgt im Durchschnitt 2,5 Prozent. Schafe werden dann zu einer leichten Beute von Grossraubtieren, wenn sie bei den Wanderungen zurück bleiben oder sich verirren.

Die MitarbeiterInnen des "Large carnivore project" in den Karpaten verwenden fast gleichviel Zeit für die Wildtierbeobachtung wie für die Schafhaltung. Sie studieren die Lebensbedingungen und das Verhalten der Wölfe, Bären und Luchse und wollen einen aktiven und konkreten Beitrag dazu leisten, die Übergriffe der Grossraubtiere auf Haustiere zu verringern. In diesem Jahr läuft beispielsweise ein Versuch mit Elektrozäunen (ca. 1,20 Meter hoch mit 5 Drähten) an, ein System, das sich in Schweden als äusserst wirkungsvolle Methode zum Schutz des Kleinviehs vor Wölfen bewährt hat. Die Elektrozäune nach schwedischem Modell sind auch im Wolfs-Managementplan für das deutsche Bundesland Brandenburg vorgesehen, wo in der Vergangenheit verschiedentlich Wölfe aus dem benachbarten Polen eingewandert sind.

Ferien bei den Wölfen

Ein weiteres Arbeitsfeld des Wildbiologen Christoph Promberger und seiner MitarbeiterInnen ist die Entwicklung von Urlaubsangeboten in Transsilvanien. Inzwischen haben mehrere Reiseveranstalter aus Deutschland und der Schweiz "Wolfsferien" in Rumänien in ihr Angebot aufgenommen. Wölfe gelten weitherum als eine der attraktivsten Tierarten und üben eine grosse Anziehungskraft aus. Auch wenn bei solchen Gruppenreisen kaum jemals ein Wolf gesichtet wird, gelten das Aufspüren von Spuren und das Wolfsgeheul in der Nacht als spannende Erlebnisse. Hinzu kommt eine faszinierende Landschaft, die zum Fabulieren und Träumen geradezu einlädt und den unzähligen Dracula-Geschichten als Kulisse diente...

Im Rahmen des Projektes haben die WildbiologInnen attraktive Bus- und Wanderrouten zusammengestellt, einheimische sprachkundige Führer ausgebildet und qualitativ gute Angebote für Unterkunft, Verpflegung und Transporte ausfindig gemacht. So kann der Wolfstourismus einen Beitrag zur Stärkung der regionalen Wirtschaft leisten und nützt der einheimischen Bevölkerung. Diese Tourismusform reiht sich auch bestens in die Bestrebungen der rumänischen Regierung ein, in den Karpaten ein Biospährenreservat zu schaffen, das einerseits den Schutz der Wildtiere und damit die Artenvielfalt gewährleistet und andererseits auch die bisherigen traditionellen und neue schonende Nutzungen durch den Menschen zulassen.

Für den Wolfsforscher Promberger gibt es nach sieben Jahren Projektleitung in Rumänien kein kategorisches "Entweder-Oder". Ein Zusammenleben oder besser gesagt ein Nebeneinanderleben von Mensch und Grossraubtieren ist möglich.

Wölfe im Wallis?

Die Frage aus dem Publikum, ob sich das Wallis als Lebensraum für Wölfe eigne, liess Christoph Promberger offen. Die biologischen Voraussetzungen, Wald und Wild, sind gegeben. Doch ist das Überleben der Wölfe weniger eine biologische als eine politische Frage: Ist die Bevölkerung bereit, die Anwesenheit der Grossraubtiere zu dulden, und können geeignete, wirksame Massnahmen für den Schutz der Schafe und Ziegen gefunden werden?

Promberger hat in Rumänien die Erfahrung gemacht, dass Wolf, Bär und Luchs nicht über die Köpfe der Bevölkerung hinweg geschützt werden können. Die Grossraubtiere haben allerdings durchaus eine Überlebenschance, wenn die Sorgen der Bevölkerung ernst genommen werden und im gemeinsamen Gespräch praktikable Lösungen gesucht und gefunden werden. Fürs Wallis empfahl Promberger, dass sich die verschiedenen Interessengruppen zusammen mit den Behörden an den Tisch setzen und Lösungen entwickeln. Patentrezepte könne und wolle er als Aussenstehender nicht geben.

Vertreter der Naturschutzorganisationen WWF und Pro Natura, die den Informationsabend organisiert hatten, betonten abschliessend nochmals ihre Bereitschaft, mit Kleinviehzüchtern und Behörden konkrete Lösungen der Konflikte bei der Rückkehr des Wolfes ins Wallis auszuarbeiten.

Andreas Weissen, Brig

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Die Rückkehr des Wolfes vorbereiten

3/99

Pressemitteilung vom 22. Januar 1999

Stellungnahme der Oberwalliser Umweltorganisationen WWF und Pro Natura

Der Simplonwolf ist tot. In absehbarer Zeit werden weitere Wölfe über Frankreich und Italien ins Wallis einwandern. Wir Walliser und Walliserinnen täten deshalb gut daran, Emotionen und Gerüchte beiseite zu legen und uns auf das Zusammenleben mit dem Rückkehrer einzurichten. Die beiden Naturschutzorganisationen Pro Natura und WWF, die im Oberwallis zusammen rund 2000 Mitglieder zählen, sind bereit, aktiv und konstruktiv an der Lösung der Probleme, welche die Anwesenheit des Wolfes namentlich für die Kleinviehzucht mit sich bringt, mitzuarbeiten. Fürs erste möchten wir folgende Fakten in Erinnerung rufen:

1. Der Wolf ist in all unseren Nachbarländern und in der Schweiz geschützt. Obwohl Wölfe in Italien und Frankreich trotz rechtlichem Schutz gejagt und getötet werden, konnten sich die Wölfe vermehren und breiten sich auf der Suche nach neuen Lebensräumen seit anfangs der neunziger Jahre über Frankreich dem Alpenbogen entlang nach Norden aus. Inzwischen haben sich Wölfe in der Region Grenoble etabliert. Und die Wolfspopulation von Salbetrand im Valle Susa ist nur 92 Kilometer vom Grossen St. Bernhard entfernt. Für einen Wolf, der während einer Nacht bis zu 100 Kilometer zurücklegen kann, ist das Wallis in Reichweite.

2. Bei den Wölfen, die vor drei Jahren im Val Ferret und Entremont und diesen Spätherbst im Oberwallis auftauchten, konnte aufgrund genetischer Analysen von Kot, Haaren usw. zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass sie italienischen Ursprungs sind. Da in Tiergehegen und Zoos unseres Wissens nirgendwo italienische Wölfe gehalten werden, deutet alles auf eine natürliche Einwanderung hin.

3. Die Gerüchte, die im Oberwallis herumgeboten werden, die Naturschützer hätten Wölfe ausgesetzt, sind völlig haltlos. Die Naturschutzorganisationen haben im Oberwallis nie irgendwelche Tiere ausgesetzt und verfolgen auch keine derartigen Pläne. Wer wider besseren Wissen das Gegenteil behauptet, will damit offensichtlich psychologisch das Terrain für die illegale Tötung der zurückkehrenden Wölfe vorbereiten.

4. Die Oberwalliser Naturschutzorganisationen begrüssen die natürliche Rückkehr des Wolfes und betrachten die Tierart als eine wertvolle Bereicherung unserer Natur. Die Lebensbedingungen für den Wolf waren im Wallis seit Jahrhunderten nie so günstig wie heute. Es gibt nämlich viel mehr Wald und Wild als beispielsweise noch vor fünfzig Jahren. Im Vergleich zu den Abbruzzen, wo die Wölfe nie ausgerottet wurden, hat das Wallis mehr Wald, mehr Wild und eine kleinere Bevölkerungsdichte bei vergleichbarem touristischen Zustrom.

5. Seit über hundert Jahren ist nicht ein einziger Fall bekannt, wo italienische Wölfe Menschen angegriffen haben.. Der Wolf ist demnach für den Menschen keine Gefahr. Wölfe sind während der Nacht und an nebeligen Tagen aktiv. Sie meiden den Menschen, scheuen sich aber nicht, auf der Suche nach Nahrung im Schutz der Dunkelheit auch Siedlungen zu durchstreifen.

6. Unbewachte Schafe und Ziegen sind für den Wolf eine leichte Beute. Dabei tötet der Wolf – ähnlich wie der Fuchs im Hühnerstall alle Tiere, die sich bewegen. So kann einem Züchter grosser Schaden zugefügt werden. Allerdings bestehen zahlreiche Möglichkeiten, Nutztiere vor Wolfsangriffen zu schützen. In allen Gebieten in den Apenninen und in den Alpen, wo Wölfe auftauchten, mussten aufgrund der lokalen Verhältnisse jeweils besondere Schutzvorkehrungen getroffen werden.

7. Auch ohne die Anwesenheit des Wolfes muss die Schafhaltung überdacht werden. Der freie Weidgang, wo Schafe lange Zeit ohne Aufsicht bleiben, ist mit den Vorschriften zum Tierschutz und zu den ökologischen Beiträgen nicht vereinbar. Bekannt sind auf verschiedenen Alpen Probleme wegen der Überweidung, der Erosion, der Verdrängung von Wildtieren und der Übertragung von Krankheiten (z.B. Gemsblindheit). Die Massnahmen zum Schutz der Herden vor Raubtieren bei den Freilaufställen, den Frühlings- und Herbstweiden ("Einverschlägen") und bei der Alpsömmerung bedeuten für die Züchter einen zusätzlichen Aufwand und sollten nach Meinung der Oberwalliser Naturschutzorganisationen entschädigt werden.

Abschliessend unterstreichen die Oberwalliser Naturschutzorganisationen nochmals ihre Bereitschaft, mit den interessierten Kleinviehzüchtern und den zuständigen Behörden zusammenzuarbeiten, um konkrete, auf unsere Region zugeschnitte Lösungen für den Schutz der Schafe und Ziegen vor Wolfsübergriffen zu erarbeiten.

Pro Natura Wallis ,WWF Oberwallis

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Ausflug nach Deutschland endete für Wolf tödlich

2/99

Folgender Bericht wurde uns freundlicherweise von der Gsellschaft zum Schutz der Wölfe zur Verfügung gestellt.
Weitere Informationen finden sich auf der Homepage der
GzSdW.


Neuerlicher Abschuß in Mecklenburg-Vorpommern

Am 09.01.1999 wurde während einer Drückjagd auf Schalenwild ein 39 kg schwerer Wolfsrüde erlegt.

Die Jagd fand im Mecklenvorpommerschen Uecker-Randow-Kreis statt. Wie das Bundesforstamt Hintersee verlauten ließ, brachte ein westdeutscher Gastjäger aus Osnabrück den Wolf bei der Jagd im nordöstlichen Teil des Truppenübungsgeländes Jägerbrück bei Ahlbeck zur Strecke, weil "er bereits verletzt gewesen sei". Dieser Argumentation folgt aber weder der NABU-Kreisverband, noch das Amt der Unteren Naturschutzbehörde. Hier ist vielmehr von einem eklatanten Verstoß gegen gültige gesetzliche Bestimmungen die Rede.

Auch der Leiter des nahegelegenen Tierparks Ückermünde, Dr. Helge Zabka, hält den Abschuß für nicht rechtens und hat Strafanzeige gestellt. Dies tat auch die Naturschutzbehörde, zumal der von der Schnauze bis zur Schwanzspitze über 1,5m lange und mit einer Widerristhöhe von 78 cm ausgestattete Wolfsrüde bei der späteren Untersuchung im Institut für Zoologie der Rostocker Universität einen gut entwickelten Eindruck hinterließ.

Gerichtsmediziner fanden heraus, daß die Beinverletzung "durch eine punktuell-mechanische Einwirkung mit hoher Geschwindigkeit zugefügt wurde". Die Mutmaßung des Gastjägers, der Wolf könne im Vorfeld durch Autoverkehr verletzt worden sein, kommt laut gerichtsmedizinischem Urteil "nicht in Frage". Nach ihrer Untersuchung konnten 5 ca. 1-2 mm glänzende Metallsplitter sichergestellt werden, die zur Verletzung des Tieres führten. Der aus "ethischen Gründen" handelnde Gastjäger muß sich nun fragen lassen, warum er den Wolf trotz strengster Schutzbestimmunegen erlegte und danach für die örtliche Presse in Trophäenpose präsentierte.

Der Wolfsrüde war ca. 2-3 Jahre alt, verfügte über ein kräftiges, gesundes Gebiß und wurde offensichtlich vor seiner Erlegung bereits angeschossen. Auch die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. hat Anzeige erstattet, um einer Strafverfolgung Nachdruck zu verleihen.

Naturschutz geht uns alle an:

Wenn auch Sie zu einer Pro-Wolf-Lobby beitragen möchten, richten Sie ihren Protest bezüglich des illegalen Wolfsabschusses vom 09.01.1999 an :

Bundesforstamt/Forstverwaltung Hintersee
z. Hd. Herrn Conrad
Dorfstraße 1
17375 Hintersee

Wir bedanken uns für ihre Unterstützung und hoffen, zukünftig etwas mehr Positives über Wölfe in Deutschland berichten zu können. Nähere

Informationen über die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V.: 53902 Bad Münstereifel, Tel./Fax: 02257-7441

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Wolf auf der Simplonsüdseite (CH) überfahren

1/99

Junges Männchen aus Italien - rund 40 Schafe gerissen?

(sda) Am frühen Donnerstagmorgen ist bei Schneeräumarbeiten am Simplon ein Wolf überfahren und tödlich verletzt worden. Es könne angenommen werden, dass es sich um jenes Tier handle, das in den vergangenen Wochen im Oberwallis rund 40 Schafe gerissen haben soll, erklärte der Informationschef des Bundesamts für Umwelt, Wald und Landschaft auf Anfrage. Es sei mehrmals nördlich und südlich des Simplons ein Wolf beobachtet worden.

Der Wolf wurde kurz vor 4 Uhr auf der Südseite des Simplons überfahren, wie der Chef des Walliser Jagddienstes eine Meldung von Radio DRS bestätigte. Das Tier sei auf der Strasse einem Schneepflug ausgewichen, dann aber direkt vor ein dahinter folgendes Geländefahrzeug gerannt. Marco Giacometti, der Leiter der Abteilung Wild- und Zootiere, sagte gegenüber Swiss Radio News, es sei nicht erstaunlich, dass sich das Tier in der Nähe der Passstrasseaufgehalten habe. Bei viel Schnee und möglicherweise abgeschnittenen Fluchtwegen könne es vorkommen, dass auch ein an sich scheues Tier wie ein Wolf einem Auto nicht ausweichen könne.

Das tote Tier wird am Tierspital der Universität Bern untersucht. Auch eine genetische Analyse wird vorgenommen. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich wie bei dem in Reckingen im Oberwallis gefundenen Kadaver um ein männliches Jungtier, teilte das Buwal mit. Damit bestätige sich die Annahme, dass es sich um zwei junge Wölfe handle, die ihr Rudel in Italien verlassen mussten und in die Schweiz einwanderten. Auf Grund dieser Wanderbewegung nach Norden seien weitere Wölfe im Wallis, aber auch im Tessin, zu erwarten.

© Neue Zürcher Zeitung, 15. Januar 1999

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Wölfe kehren in die Schweiz zurück -
Walliser greifen zu Gewehren!

1/99

Genf (dpa) - Ein scheuer Geselle im grauen Pelz sorgt in der Schweiz seit einigen Wochen für Aufregung. Der Wolf, von den Eidgenossen einst gefürchtet, gejagt und vertrieben, ist nach mehr als 50 Jahren aus Italien in sein altes Revier zurückgekehrt. Biologen und Tierschützer freuen sich, doch die Jäger und Schäfer im Kanton Wallis haben ihre Gewehre schon in Anschlag gebracht. Ihr Haß auf den flinken Räuber läßt sich auch durch internationale

Raubtierschutz-Bestimmungen nicht bremsen. Vor einem Monat jagte ein Walliser Wilderer einem jungen Wolf aus 30 Metern Entfernung eine Ladung Schrot in den Pelz. Um die bei vielen Landwirten als &laqno;Spinner» verrufenenTierschützer zu provozieren, legte er das tote Tier anschließend vor einer Kadaversammelstelle ab.

Doch der Einwanderer aus Italien kam nicht allein. In der Westschweiz häufensich die Hinweise auf weitere Tiere. Unweit der Walliser Kleinstadt Brig soll vor einigen Tagen ein Wolf gesichtet worden sein. Ganz in der Nähe wurden anschließend mehrere Schafe und zwei Hirsche gerissen. Für die Bauern steht fest: &laqno;Das war der Wolf.»

Von dem staatlichen Herdenschutzprogramm, das den Einsatz spezieller Hütehunde und Entschädigungszahlungen für getötetes Vieh vorsieht, wollen die meisten Landwirte aber nichts wissen. Ihre Parole lautet &laqno;Tod dem Wolf».

Der Wildbiologe Urs Breitenmoser aus Bern warnt dagegen vor Panik- Reaktionen. &laqno;Bisher haben ohnehin nur einige männliche Jungtiere den Weg aus Italien in die Schweiz gefunden», erklärt der Berner Biologe. &laqno;Sie mußten wohl aus sozialen Gründen ihre Rudel in Italien verlassen und ein wolfsfreies Gebiet suchen.» Von einer echten Wolfspopulation in der Schweiz könne man aber erst dann sprechen, wenn weibliche Tiere nachfolgten. Dies könne möglicherweise noch Jahre dauern.

In Italien leben derzeit bis zu 400 Wölfe. Im französischen Nationalpark &laqno;Le Mercantour» bringen zwei Wolfsrudel die Schafzüchter der Umgebung in Rage. &laqno;Im Prinzip gehört der gesamte Alpenraum zum Lebensraum des europäischen Wolfes», sagt Breitenmoser.

In der Schweiz findet das Raubtier momentan sogar ideale Lebensbedingungen vor. Anders als vor 150 Jahren, als der Wolf wegen der Zerstörung der Wälder und des Verlusts seiner wichtigsten Beutetiere in den Alpen zum Schafdieb wurde, ist die Schweiz heute ein wahres Wolfsparadies, voller schmackhafter Wildschweine, Hirsche und Rehe.

Doch ob der scheue Räuber eines Tages möglicherweise in der Nähe großer Städte wie Bern oder Zürich umherstreifen wird, hängt auch davon ab, ob die Behörden den illegalen Abschuß der Tiere in Zukunft verhindern können. &laqno;Der Wolf ist ein Tier, das beim Menschen völlig unbegründete Urängste auslöst», meint Breitenmoser. &laqno;Wir nennen das den Rotkäppchen-Effekt».

© dpa

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Auf den Wolf gekommen

9/98

Fachleute warnen vor Haltung der scheuen und gefährlichen Tiere

Von Rainer Stache

Kampfhunde sind out in Berlin, der Trend geht zum eigenen Wolf. Aufgeschreckt durch Fälle illegaler Wolfshaltung hat Gesundheitsstaatsekretär Detlef Orwat auf zunehmende Wolfsimporte aus dem ehemaligen Ostblock hingewiesen. Fachleute warnen vor den besonders gefährlichen Wolfshybriden, also Kreuzungen zwischen Wolf und Hund.

Während die Politiker seit Jahren folgenlos versprechen, die Bürger vor bissigen Hunden (und deren Hinterlassenschaften auf dem Bürgersteig) zu schützen, könnte das Gefahrenpotential durch die Stammväter des Hundes noch gesteigert werden. &laqno;Aus Zeitungsannoncen läßt sich auf eine große Grauzone beim illegalen Handel schließen», glaubt Torsten Nöldner von der Gesundheitsverwaltung.

&laqno;Die Hybriden sind schwerer zu berechnen, weil sie zwischen wölfischen und hündischen Eigenschaften hin- und hergerissen sind», erklärt Annette Scharmann von der für den Artenschutz zuständigen Umweltverwaltung. Nicht artgerecht gehaltene Wölfe reagierten mit Scheu und Aggression auf die Nähe zum Menschen.

Scharmann sieht auf die Stadt einen Trend zur Wolfshaltung aus Amerika zukommen, wo es schon Hunderte von Angriffen gab, von denen etliche tödlich endeten. Dort werden zunehmend Wolfshybriden als scharfe Wachhunde gezüchtet. &laqno;Dabei ist das Unsinn, denn Wölfe sind normalerweise scheu», meint die Fachfrau. Man beobachte jetzt einen Wolfstourismus von Leuten, die eigene Hunde in Übersee decken ließen. Auch importierten Hybriden sei das Wolfsblut nicht immer anzusehen. Aus Polen kämen Importe von Wolfswelpen, die der Zoll kaum von Hunden unterscheiden könne.

Wölfe und Wolfsverwandte sind nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen besonders geschützt. Nur mit amtstierärztlichen Zeugnis dürfen sie gehalten werden. Die Ein- und Ausfuhr wird im Regelfall nicht genehmigt. Allerdings reagierten Amtstierärzte bei Beschwerden oft sehr langsam, glaubt Carola Ruff vom Tierheim Lankwitz, die die Wolfsfurcht aber für &laqno;Politikergeschwafel» hält. Bisher hat es hier noch keine dramatischen Zwischenfälle gegeben. Nur in einer Wittenauer Kleingartenkolonie hatte vor einiger Zeit ein Wolf einen Hund blutig gebissen.

Manchmal darf der Wolf sogar beim Besitzer bleiben, weil es für das Land keine vernünftigen Exotenunterbringungsmöglichkeiten gebe, klagt Scharmann. Die Wolfsexpertin Dorit Feddersen sieht ein &laqno;gewaltiggestiegenes Interesse an Wolfshybriden». Doch sei deren Haltung tierschutzrelevant und zudem hochgefährlich. Ein Berliner Wolfsschutzverein hat inzwischen ein Kummertelefon für Hybridenbesitzer eingerichtet. Konkrete Zahlen gibt es jedoch nicht.

©Berliner Morgenpost 1998

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Wolf-Kinderclub im Kieler Opernhaus

12/98

Im Kieler Opernhaus läuft dieses Jahr das Weihnachtsmärchen "Rotkäppchen". Karla Mäder, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Opernhaus, erklärte sich spontan bereit, während der Saison Infomaterial des Wolf-Kinderclubs auszulegen, um damit den Kindern den echten Wolf näherzubringen.

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Italienische Wölfe auf dem Weg nach Norden

7/98

Wölfe aus dem italienischen Apennin wandern vermehrt in die französischen Seealpen und weiter nach Mitteleuropa.

(Aus dem euronatur Magazin 2/1998)

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Polen stoppt den Wolfsabschuß

7/98

Seit Januar 1998 dürfen Wölfe in Polen nicht mehr gejagt werden. In Polen leben nur noch 500 bis 750 Wölfe.
Etwa 10 Tiere leben rund 100 km westlich der deutsch-polnischen Grenze, zwischen Stettin und Posen. Sind diese Rudel intakt besteht Chance auf Zuwanderungen nach Deutschland.

(Aus dem euronatur Magazin 2/1998)

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Mercedes wirbt mit dem bösen Wolf

4/98

Kaum hat Mercedes die Elchaffäre überstanden kippt der Autokonzern in die nächste tierische Peinlichkeit.
Mit zähnefletschenden Wölfen, die offensichtlich am liebsten Mercedesfahrer verspeisen, wird alles getan, um das Image der Wölfe wieder in ein schlechtes Licht zu stellen. Während Wolfsfreunde und Tierschutzorganisationen alles tun, um die Menschen auf die Rückkehr der Wölfe vorzubereiten, reichen ein paar doppelseitige Anzeigen in Magazinen aus, um die getane Arbeit zu gefährden.

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 Wölfe in Niedersachsen?

2/98

Unter diesem Titel hat das niedersächsische Landesamt
für Ökologie eine Broschüre herausgegeben, die
die Bevölkerung über den Wolf aufklärt.
In erster Linie wird über die Rückkehr der Wölfe
nach Deutschland berichtet und für ein tolerantes
Verhalten vom Menschen gegenüber dem Wolf
geworben.

 


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Cartoons und Inhalt © by Thorsten Hardel  Kopieren von Inhalten oder Grafiken nur nach schriftlicher Genehmigung.